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19. August 2017
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Königin aller Rosen
Als ich kurze Weile später nachrechnete, stellte sich heraus, dass es der 19. Juni 2008 war; genau mein Geburtstag!

Es war kein typischer Sommertag; das Wetter war bedeckt; und ziemlich kalt war es. Als ich zur Arbeit fuhr, warf ich ein Trenchcoat um mich.

Beim Feierabend um 18.00 Ur merkte ich, dass ein kalter Wind wehte; zusätzlich gab es einen Nieselregen!

Schwerlich konnte ich die Bushaltestelle erreichen.

Ich schaute mir den Abfahrtsplan an... Da merkte ich, dass ich keine Brille bei mir hatte.


Güzel peri kýzým
(Meine schöne Feentochter)

Komponist: Erol Sayan
Text: Ali Canlý
Makâm: Mâhûr
Usûl: Sofyân



Instrumental: Nihat Demirci

Petek-petek, bal gibisin;
çiçek-çiçek, dal gibisin;
(Petek-petek, bal gibisin;
çiçek-çiçek, dal gibisin;)
fincandaki fal gibisin,
benim, güzel peri kýzým.
(fincandaki fal gibisin,
benim, güzel peri kýzým.)

Coþkun akan sel gibisin;
tatlý esen yel gibisin;
(Coþkun akan sel gibisin;
tatlý esen yel gibisin;)
tâze açmýþ gül gibisin,
benim, güzel peri kýzým.
(tâze açmýþ gül gibisin,
benim, güzel peri kýzým.)

Kurulu bir yay gibisin;
naðme dolu, nay gibisin;
(Kurulu bir yay gibisin;
naðme dolu, nay gibisin;)
otuzunda, ay gibisin,
benim, güzel peri kýzým.
(otuzunda, ay gibisin,
benim, güzel peri kýzým.
"Wie lange noch?" fragte eine Frauenstimme hinter mir.

"Weiss ich nicht; hab' keine Brille dabei," sagte ich. "Schauen Sie, bitte."

Eine junge Frau schlängelte graziös an mir vorbei.

Ich merkte, dass sie eine erheblich eng anliegende Jeans trug...

Ihr Hintern und ihre Schenkel waren ohne Gleichen! Diese Kurven kannte ich! Eines wusste ich mit Gewissheit; die junge Frau, die vor mir war, hatte ich nie zuvor gesehen. Aber woher kannte ich diese Kurven?

Die junge Frau drehte sich zu mir. "Etwa noch drei Minuten," sagte sie.

Diese Augen? Obwohl das Wetter ziemlich bedeckt war... diese grünen Augen? Diese Augen, die so sehr strahlten, dass sie jeden Mann um den Verstand bringen konnten? Woher kannte ich diese Augen?

Diese schönen Lippen? Auch die kamen mir so sehr bekannt vor. Aber woher?

Nun; wo sah ich diese Nase?

Sicher konnte ich mich beherrschen, so dass ich meine Verduztheit verbergen konnte.

Wir plauschten nett.

Ich war immer noch verwirrt, dass ich (heute) beim bestem Willen nicht mehr weiss, worüber wir sprachen.

Als der Bus ankam, gab sie mir höflich den Vortritt.

Im Doppeldeckerbus gab es sonst niemanden, ausser die fünf oder sechs Leute, die mit uns an der Haltestelle warteten.

Ich nahm links an der Fensterseite Platz. Auch Marina kam und setzte sich mit einer Selbstverständlichkeit neben mich.

Ihre Erzählungen erstaunten mich immer weiter.

Seit sechs Monaten lebte sie in Deutschland. Vorher wusste sie kein einziges deutsches Wort.

Sie arbeitete in Ippendorf als "au pair".

Und mein verstecktes Erstaunen wuchs immer weiter...

"In den kurzen sechs Monaten haben Sie aber sehr gut Deutsch gelernt," sagte ich.

"Ich komme nach Papa, sagte Mamma," sagte sie, während sie süß lächelte.

"So? Wer ist ihre Mutter?"

"Meine Mutter war auch in Ippendorf als au pair."

Klingkling!

Irgendwie in dem Moment, merkte ich das kleine Grübchen, das links vor ihrem Kinn runterfloss!

Und mein einziger Gedanke: 'Wie gut, dass ich links von ihr sitze; andernfalls könnte auch sie mein Grübchen sehen!'

***

Das Jahr 1986... Der Mittsommer brachte eine lange Sonnenphase, die nicht unangenehm war.

Über den wiederum iranischen Freund eines iranischen Nachbarn, lernte ich sie kennen.

Sie hatte angeborene sonnenlichtblonde Haare und strahlende hellbraune Augen. Sie verzauberte jeden, der sie ansah!

Der Iraner interessierte sich deutlich für sie; Bella war mit ihm im selben Sprachkursus.

Aber diese schöne Frau zog mich mit ihrem so süßen Lächeln und ihrer melodischen Stimme an ihren Bann; mich ihr fernzuhalten, war nun völlig unmöglich!

Sie war so attraktiv und feminin, so fürchtete ich, mich zu sehr an sie zu kapseln.

Mit ihrem rhythmischen Stimmlage sagte sie, sie wäre Brasilianerin.

Das war's! Ich wusste, wie ich sie gewinnen konnte! Menschen lassen sich von Menschen beeinflussen, die sich für ihre kulturellen Eigenheiten interessieren.

Wir waren noch im Sprachkursusgebäude; seit wir uns kennenlernten, vergingen vielleicht fünfzehn Minuten. Sie sagte etwas, woran ich mich heute nicht mehr erinnern kann.

Im ruhigen Ton brachte ich es heraus: "Obligada."

Als Reaktion strahlten Sonnen im Gesicht von Bella! Vor ihr war jemand, der ihre Eigenheiten, ihre Sprache und ihre Kultur wertschätzte.

Das größte Hindernis hatte ich beseitigt.

Was danach geschah; darüber habe ich einen Vorhang vor den Augen...

Am nächsten Tag schlängelten wir im Stadtzentrum... Plötzlich machten wir uns über einender her! Unsere Lippen und Zungen vereinten sich, als ob sie insgesamt eine einzige Masse wären!

Wir lebten beide in Ippendorf auf der selben Straße, und sie war au pair in dem Haushalt, in dem sie lebte.

Ab dieser Zeitphase schwebte ich in einem Traumland durch ihre gesamten Schönheiten. Sie besaß vergötterungswürdige Schönheiten, die ausser mir niemand sehen konnte.

Meine Göttin verfügte über hinreissende Mimiken und Gesten...

Die kulturelle und erlernte Höflichkeit in Deutschland, hatte sie vorher noch nicht in dem Ausmaß erlebt. Wenn sie nach dem Einkauf an die Kasse ging und ausnahmslos jedes Mal Danksagungen hörte, fand sie es sehr lustig und belustigend.

Oft sagte sie auf ihre liebreizende Art: "Dankä schööön! Dankä schööön! Dankä schööön!"

Eines Tages, unmittelbar nachdem wir Sex hatten, sagte sie: "Dankä schööön!"

Mich überkam so eine Lachkrise, dass ich mich nicht mehr halten konnte!

Eines Tages bot sie mir eine reizende Geste...

Sie war die erste und einzige Frau, die mir eine Rose schenkte. Als wir uns vor meiner Haustür trafen, hielt sie mir jene rote Rose und sagte durch ihre melodische und liebliche Stimme: "Für Diiich."

Frauen, die emanzipiert sind, habe ich schon immer bevorzugt und unterstützt. Bella passte zu gut zu diesem Rahmen.

Kaum vergingen drei oder vier Tage...

Eine junge Kollegin —wie sie bloß drauf kam?— fragte mich: "Wie lange willst Du mit Deiner Freundin zusammenbleiben?"

Man sollte mal zweifeln: 'Wie kommt bloß diese Frage daher?'

Anstatt so zu denken, antwortete ich prompt: "Wenn die Rose, die sie mir schenkte, verblüht ist."

Eines Tages... Halt! Ich dachte... Ich kratzte meinen Kopf... 'Hatte ich eigentlich nicht eine Freundin namens Bella?'

Ohne es zu merken, entfernten wir uns gegenseitig.

Wie lange wir zusammenblieben, kann ich nicht mehr genau festlegen... Aber höchstens waren es vier Wochen.

Ich sah einige viele schöne Frauen; ich wat mit einigen vielen schönen Frauen liiert; aber Bella (*) war viel schöner, als ihr Name bedeutete; mit allem, was sie ausmachte, war sie eine wahre Göttin!

Und heute immer noch bin ich sicher, dass keine Frau auf Erden schönere Kurven haben kann als Bella — ausser Marina.

Ich bin sicher, keine zweite Frau auf Erden kann so schön sein wie Bella — ausser Marina.

***

Die Busfahrt sollte etwa fünfundzwanzig Minuten dauern.

Bei der Innenbeleuchtung des Busses, konnte ich ihr Gesich näher beobachten. Sie hatte kunterbunte grüne Augen; wie ich.

Nach einigen Minuten der Fahrt, haben wir uns gegenseitig vorgestellt. Sie dachte erst, ich wäre Spanier. Sie sagte, sie wäre Brasilianerin. "Ich heisse Marina," fügte sie hinzu.

Als wir irgendwo in Beuel ankamen, sagte Marina: "Ich wohne auf der Ippendorfer Straße."

'Bella und ich wohnten auch auf der Straße,' dachte ich.

Jede Sekunde mit Marina war eines Lebens wert. Bei der Aufregung, dass ich unvorsichtigerweise mein Geheimnis verraten könnte, verloren die Sekunden die Hälfte ihres Wertes.

Wenn ich sie bloß öfter sehen könnte; wenn ich ihr bloß mitteilen könnte, wer ich tatsächlich bin!

Als wir uns dem Hauptbahnhof näherten, kritzelte ich meine Telefonnummer auf ein Papierfetzen und gab es der 'Königin aller Rosen'. "Wenn Sie wollen, können Sie mich gelegentlich anrufen."

Als der Bus anhielt, stoppte der Fahrer den Motor.

Marina sollte im selben Bus nach Ippendorf weiterfahren. Sie stand auf, um mich durchzulassen. Als ich im Durchgang ankam, nahm ich ihre Hand; so wie man einer Dame die Hand küsst, ebenso tat ich auch.

Und ich stieg vom Bus ab!

Die 'Königin aller Rosen' erbte von ihrer Mutter das schöne Gesicht, das man unmöglich satt ansehen kann sowie die Kurven ohne Gleichen; von ihrem Vater übernahm sie die hellbraune Haarfarbe, das Grübchen an ihrem Kinn sowie die kunterbunten grünen Augen.

Sowohl von ihrer Mutter als auch von ihrem Vater, schnappte sie sich die schönsten Eigenschaften! Ergebnis: Eine echte Göttin!

Au weia! Wahrscheinlich kam es von meiner Aufregung, dass ich meiner 'Königin aller Rosen' meine alte Telefonnummer gab!

***

Jahre später ging ich in den Discounter und sah eine altbekannte Frau mit ihrer zwölfjähriger Tochter Die Kleine war sehr hübsch; wie ihre Mutter.

Als ich mich an der Kasse zu Zahlung aufstellte, waren sie vor mir. Ich bemerkte die hübschen Kurven der Kleinen und lächelte herzlichst.

Als die Mutter meinen Blick bemerkte, lächelte sie. "Was ist?" fragte sie.

"Bei Gelegenheit sollten wir uns über Mütter und Töchter unterhalten," sagte ich.

"Ist recht," sagte sie.

Kurze Zeit später sahen wir uns wieder beim Discounter. "Ihre kleine Tochter ähnelt Ihnen sehr; in aller Hinsicht." Ich fügte hinzu: "Mit der Gewissheit, dass sie später eine sehr schöne Frau sein wird, kann sie glücklich sein."

"Aber Sie wollten mir nicht nur das sagen, oder" fragte sie.

Ich beschrieb ihr mein Treffen mit Marina ausführlich.

Als ich ihr mitteilte, dass sich Marina völlig selbstverständlich im Bus neben mich saß, vermerkte sie: "Das Blut zieht an". Und sie lächelte mit der Zärtlichkeit einer liebenden Mutter.

Ja, dass bedeutet, das die 'Anziehung des Blutes', was ich für Dogma hielt, doch wahr sein könnte.

"Und warum haben Sie Ihrer Tochter nicht gesagt, dass Sie ihr Vater sind?" fragte sie.

"Schon in dem Alter; vielleicht gibt es irgendwo einen Mann, den sie für ihren Vater hält" Diese Worte meinte ich halb so ernst. Aber ich machte weiter: "Ich kann unmöglich ihre kleine Welt zerbrechen. Wenn sie in dem Alter ihren echten Vater kennenlernt, können wir nicht garantieren, ob es gut endet. Ausserdem wäre es sehr unverantwortlich."

"Ich verstehe," sagte sie. "Sie sind sehr großherzig."


* bella: die Schöne, die Schönheit


Datum: 09.12.2016 | Clicks: 164 | Kat.: Königin aller Rosen


 
 
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